Meinung : Der Vormarsch ...

Sebastian Bickerich

... verläuft planmäßig.“

Monatelang hatte der Oberbefehlshaber der US- Truppen im Irak auf diesen Moment hingearbeitet. Jetzt gab Iraks Premier Allawi grünes Licht für den Angriff auf Falludscha. Für den Vier-Sterne-General George W. Casey ist der Kampf um die Stadt am Euphrat die erste große Bewährungsprobe, nachdem er am 1. Juli seinen glücklosen Vorgänger General Ricardo Sanchez abgelöst hatte.

Rund 30 Orte und Städte im sunnitischen Dreieck will Casey „befrieden“, um einen halbwegs geregelten Ablauf der Wahlen im Januar zu ermöglichen. Begonnen hatte er seine Operation vor vier Wochen mit dem Sturm auf Samarra und Ramadi. Doch die beiden Städte dienten allenfalls der Übung. Falludscha ist das wichtigste Ziel. Vor einem halben Jahr musste die US-Armee hier einen schlecht vorbereiteten Vormarsch nach heftigem Widerstand der rund dreitausend in der Stadt verschanzten Rebellen abbrechen.

Sollte Casey jetzt militärischen Erfolg haben, dürfte der 55-Jährige seinem Karriereziel näher gerückt sein: Es ist ein offenes Geheimnis in Washington, dass der ehemalige Vize-Generalstabschef Oberkommandierender der Streitkräfte werden will. Um das zu erreichen, muss er sich wohl aus dem Irak mit den gleichen Worten verabschieden können, mit denen er im Mai 2001 einen Posten in Deutschland verließ. Damals sagte er: „Wir kamen als Fremde und scheiden als Freunde.“

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