Meinung : Der Wiedergänger

MÖLLEMANNS RÜCKTRITT

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Es gibt Rücktrittsankündigungen, die sind Kriegserklärungen. Möllemanns Verzicht auf das Amt des stellvertretenden Parteivorsitzenden ist so ein vergiftetes Präsent. Sein Rücktritt solle, so erklärt er süffisant, den Weg für eine umfassende und ehrliche Analyse des enttäuschenden Wahlergebnisses freimachen. In Wirklichkeit geht es um anderes. Der Rücktritt leitet die Wiederkehr ein, und keine mit gebeugtem Rücken. Sein Wahlergebnis in Nordhrein-Westfalen ist glänzend. Und natürlich ist der Absturz von den in die Wolken projizierten 18 auf 7,4 Prozent nicht Folge eines üblen Wahlprospektes, sondern der Sturz in die Realität. Dass die FDP in Bayern und Baden-Württemberg weniger gut wegkam, hat aber schon mit Möllemanns Irrlichtern zu tun. Das national-liberale Gedankengut, das in seinem Kopf herumspukt, verschreckt im liberalen Südwesten die Wähler. Für die Partei geht es also wieder einmal nicht um politische Gags wie die Kanzlerkandidatur, sondern um ihr Fundament. Möllemann stellt die Machtfrage. apz

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