Meinung : Der will nur spielen

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Französische Revolution im Fußball: Michel Platini ist neuer Präsident des europäischen Verbandes Uefa. Der einstige Weltklassespieler, der den Sport vor den Interessen der Unterhaltungsindustrie schützen will, hat den Altfunktionär Lennart Johansson besiegt, der die Champions League zur Geldmaschine machte. Kehrt der Fußball zu seinen Graswurzeln zurück? Nein. Michel Platini kann die Champions League nur geringfügig reformieren, will er den Geldwert des Produktes nicht beschädigen. Er kann die Finanzströme der großen Klubs kaum beschneiden, ohne Verwerfungen zu riskieren. Engländer, Spanier, auch die Deutschen (die trotz der Wahl Franz Beckenbauers in die Fifa-Regierung den Wandel nur am Rande verfolgten) bilden eine mächtige Minderheit. Dennoch kann Platinis Wahl ein Neuanfang sein – für das Bemühen, Fußball universeller zu machen, das Spiel für Entwicklungshilfe zu nutzen. Bei der WM 2006 erfuhr der Weltverband Fifa, dass ein Geldgier-Image dem Geschäft schaden kann. 2010 soll die erste WM in Afrika stattfinden, eine EM in Russland ist wahrscheinlicher geworden. Der Fußball globalisiert sich. Das muss nichts Schlechtes sein, auch wenn es Mühe macht.ide

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