Meinung : Deutsch-russische Beziehungen: Ein langer ruhiger Fluss

cvm

Ein großes Schiff hat eine lange Fahrt, sagt ein russisches Sprichwort. Zeit, sehr viel Zeit - das ist die Perspektive, auf die Deutschland in den bilateralen Beziehungen setzt. Das Thema Rückgabe von Kulturgütern hätte gerade in Sankt Petersburg nahe gelegen, wo einerseits Beutekunst in der Eremitage hängt, andererseits das verschollene Bernsteinzimmer nun mit deutscher Hilfe rekonstruiert wird. "Ernst, aber nicht zu ernst nehmen", rät Putin den Deutschen. "Gelassenheit" fordert der Kanzler: Auch diese Frage lasse sich lösen, wenn man zuvor das Trennende beiseite räume. Das wird dauern. In der Schuldenfrage bewegt sich wenig voran, die deutsche Wirtschaft wiederholt das ewige Klagelied über Rechtsunsicherheit und bürokratische Behinderung. Auch aus Tschetschenien nichts Neues. Und weil so wenige Fortschritte zu vermelden sind, konnte diesmal die Pressefreiheit, konnte der Sender NTW in den Vordergrund rücken. Auch da verhält sich Schröder ganz gelassen, erst deutlich, dann vage. Das große Schiff Russland hat vom kommunistischen Ufer abgelegt, wann es in welchen neuen Hafen einläuft, kann man nur abwarten, ganz gelassen.

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