Deutsche Autoindustrie : Langsam sauber

Nur die größten Optimisten glauben, dass in fünf Jahren die von der EU vorgegebenen Grenzwerte für Autoabgase erreicht werden. Das schreit nach einer Renovierung der Modellpolitik.

Man stelle sich kurz vor, EU-Kommission und Bundesregierung hätten der Autoindustrie keine klimaschonende Schadstoffgrenzwerte vorgegeben. Die Hersteller könnten also – Klimawandel hin oder her – tun und lassen, was sie wollen. Welche Autos würden die deutschen „Premiumhersteller“ bauen? Matthias Wissmann, der Präsident des Autoverbandes, würde als trainierter Kommunikator antworten: Die deutschen Autobauer tun ihr Bestes – für die Rendite, für die Kunden und natürlich für die Umwelt. Notgedrungen haben sich die Prioritäten verschoben. Statt große Autos (Rendite) und schnelle Autos (Kunden) in den Vordergrund zu stellen, gibt sich die Lobby grün. Drastische CO2-Vorgaben der EU, die neue Kfz-Steuer und der Ruf, keine zeitgemäßen Autos zu bauen, machen ihr zu schaffen. Da sind selbst minimale Fortschritte willkommen – wie der Rückgang beim CO2-Ausstoß 2007 –, um sich in ein gutes Licht zu rücken. Wissmann weiß natürlich, dass die Deutschen im Rückstand sind und nur die größten Optimisten glauben, dass sie die EU-Grenzwerte in fünf Jahren erreichen. Lobbyarbeit ist nötig. Besser noch: eine Renovierung der Modellpolitik, die den Kunden nicht, wie heute häufig üblich, weiße Westen verspricht, aber Dreckschleudern verkauft. mot

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