Deutsche Bank : Aus Fehlern lernen

Anshu Jain und Jürgen Fitschen müssen aufräumen. Die Deutsche Bank kämpft sechs Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise noch immer mit den Schatten der Vergangenheit. In den vergangenen beiden Jahren musste sie fünf Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten zahlen, weitere 2,3 Milliarden Euro hat sie dafür zurückgelegt. Das drückt den Gewinn. Ein Skandal folgte dem nächsten: Erst kam heraus, dass die Bank Referenzzinsen manipuliert hat, dann, dass sie in windige Hypothekengeschäfte verwickelt war, jetzt sollen die Banker die Devisenkurse beeinflusst haben. Den versprochenen Kulturwandel erreichen Jain und Fitschen nur, wenn sie offen mit den Fehlern der Vergangenheit umgehen. Immerhin: Jain gab nun zu, es habe im Investmentbereich Exzesse gegeben – er trage dafür die Verantwortung. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber nicht. Die Banker müssen Konsequenzen ziehen. Helfen könnte dabei EU-Kommissar Michel Barnier. Der will den Eigenhandel der Banken einschränken – und so Sparer vor Verlusten aus riskanten Geschäften schützen. Ein wünschenswerter Wandel wäre es, wenn Jain und Fitschen da freiwillig mitzögen. cne

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