Deutsche Bank : Hart und weich

Vor wenigen Tagen ist Jürgen Fitschen 65 Jahre alt geworden. Für die meisten Menschen ist das ein Alter, in dem sie in Rente gehen oder zumindest beruflich kürzertreten. Nicht so für den Co-Chef der Deutschen Bank. Sein Vertrag, der eigentlich im Mai 2015 enden sollte, wird jetzt um zwei Jahre verlängert. Das kommt überraschend, hatten doch alle erwartet, Fitschen bleibe lediglich so lange im Amt, bis sich die Deutschen einigermaßen an den Inder Anshu Jain gewöhnt haben. Nur deshalb, glaubte man, habe sich die Deutsche Bank vor über einem Jahr für die Doppelspitze Jain und Fitschen entschieden. Dass aus dieser Übergangslösung jetzt eine Institution wird, zeigt sowohl die Stärke Fitschens als auch die Schwäche Jains. Während Fitschen als bodenständig, umkompliziert und gut vernetzt gilt, haftet Jain auch heute noch das Image des knallharten Investmentbankers an. Dass der gebürtige Inder mit dem britischen Pass noch immer nicht einwandfrei Deutsch spricht, macht die Sache nicht einfacher. Dabei braucht das Institut heute an der Spitze dringender denn je jemanden, der Vertrauen ausstrahlt und der andere für sich gewinnen kann. Fitschen gelingt das deutlich besser als Jain. Deshalb verzichtet die Deutsche Bank zu Recht noch nicht auf ihn. cne

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