Deutsche Bank und Leo Kirch : Der Kampf geht weiter

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Leo Kirch ist tot – aber sein Kampf gegen die Deutsche Bank ist noch nicht zu Ende. Dafür sorgen seine Erben und Anwälte. Und die Ungeschicklichkeit der Bank. Ehemalige und amtierende Vorstände stehen in dem Verdacht, im Prozess gegen Kirch falsche Aussagen gemacht oder geduldet zu haben. Das böse Wort vom Prozessbetrug richtet sich gegen Co-Chef Jürgen Fitschen und seine Vorgänger Breuer und Ackermann. Sie sollen sich – mit Hilfe renommierter Anwälte – abgesprochen haben, um Kirchs Attacke abzuwehren. Die Ermittlungen des Staatsanwalts und die Razzien wiegen schwer. Schwerer als der kürzlich vereinbarte Vergleich mit den Kirch-Erben über fast eine Milliarde Euro. Dort ging es um Geld. Hier geht es um Köpfe. Glaubt man Beobachtern, ist die Finanzaufsicht nicht weit davon entfernt, Fitschens Eignung zur Führung der Bank in Zweifel zu ziehen. Auch die Kontrolle des Instituts steht in der Kritik, von der Selbstbedienung der Investmentbanker, dem schleppenden „Kulturwandel“ und zahllosen Skandalen (Libor etc.) ganz zu schweigen. Fitschen hat nicht alle Baustellen der Vergangenheit persönlich zu verantworten – aber er trägt heute die Verantwortung. Wird er ihr nicht gerecht, wird es eng für ihn.

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