Meinung : Deutsche Bischofskonferenz: Ein starkes Stück Kirche

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Die deutschen katholischen Bischöfe kommen zusammen - und sie sind bester Stimmung, geradezu ausgelassen. Auslöser der Freude ist nicht zuletzt die Ernennung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Bischof Lehmann, zum Kardinal. Der Papst hat damit seinen Kurs akzeptiert, bei wohlwollender Auslegung sogar honoriert. Die Art, in der seine Erhebung aufgenommen worden ist - wie eine Befreiung -, wird Rom auch endgültig aufklären über die Kräfteverhältnisse. Eine klare Mehrheit der deutschen Bischöfe unterstützt möglichst die, aufs katholische Ganze gesehen, modernere und stärker den Nöten der Menschen zugewandte Ausrichtung. Kardinal Ratzinger ist nicht das alleinige Maß, die Freude war ein Beleg. Es gibt weitere, wie auch die nachfolgende Wahl von Kardinal Kasper zum Präsidenten des Einheitsrates zeigt. Diese Wahl lehrt im Übrigen, was geschickte Diplomatie wert ist. Aber forsch nach innen dürfen die Bischöfe ruhig sein. Die Zwangsarbeiter-Entschädigung, das wichtige "Friedenswort", das Papier zur Gentechnik, die Überlegungen zum Umgang mit der Kreatur - so mutig waren sie schon. Aber der Priestermangel, das Fehlen einer zeitgemäßen Sexualmoral für die Jugend, die zu schwache Stellung der Laien, das alles darf darüber nicht vergessen werden. Ihre neue Einheit in Stärke soll für die Bischöfe Grund zur Freude sein. Aber auch Ansporn.

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