Meinung : Deutsche Spitze

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Na also, geht doch. Der Physiker Theodor Hänsch bekommt den Nobelpreis. Nach gruseligen Meldungen über das Abwandern von Spitzenforschern in die USA, die latente Wissenschaftsfeindlichkeit und den Exodus der Forschung aus den Hochschulen ist das eine Nachricht, die wieder Mut macht. Hänsch verkörpert einen Wissenschaftlertyp, wie man ihn sich nur wünschen kann. Er ist ein freundlicher, weltoffener Tüftler ohne professorale Attitüde, der nach Jahren an einer amerikanischen Spitzenuniversität zurückkehrt. Mehr noch: Hänsch münzt seine Ergebnisse in Produkte und Arbeitsplätze um. Und er ist in Forschung und Lehre zugleich verankert, Direktor am MaxPlanck-Institut für Quantenoptik und Lehrstuhlinhaber an der Münchner Universität. Der Preis an ihn beweist, dass Deutschland in der Physik noch immer hervorragend ist. Er ist aber auch ein Signal. Die Spitzenforschung sollte in Zentren konzentriert werden. Es hat keinen Sinn, aus Proporzgründen Institute in der Fläche zu verkleckern. Ebenso wichtig: Hervorragende Forscher müssen an die Hochschulen zurückkehren. Sie sind eine entscheidende Chance für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Und damit für das Land. wez

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