Meinung : Deutsche und europäische Einheit: Krieg und Frieden

cvm

Dies war der erste Jahrestag der Einheit, über dem der Schatten des Krieges hing. 1999 gab es zwar im Frühjahr die Nato-Intervention im Kosovo, aber im Oktober waren die meisten Flüchtlinge bereits zurückgekehrt, wurde wieder aufgebaut. Zum 3. Oktober 2001 hatte man in der fernen Vergangenheit vor dem 11. September Festredner aus Polen und Ungarn nach Mainz und Berlin eingeladen - den beiden Ländern, die so viel zur deutschen Einheit beigetragen haben: Polen mit dem Freiheitskampf der Solidarnosc, Ungarn mit der Grenzöffnung. Deutsche und europäische Einheit galten als zwei Seiten ein und derselben Medaille - und die EU-Erweiterung als das größte Friedensprojekt der europäischen Geschichte. Und heute? Erscheint das Vorhaben nicht noch dringlicher angesichts der gemeinsamen Bedrohung durch den Terrorismus und der gemeinsamen Verteidigung in der Nato, der auch Polen, Tschechien und Ungarn angehören? So sehen es der Pole Kwasniewski und der Ungar Martonyi. Den heutigen EU-Partnern im Westen jedoch hat der 11. September klar gemacht, wie weit sie entfernt sind von einer effektiven Kooperation. Die Vertiefung hat Vorrang, die Erweiterung wird sich wohl verzögern.

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