Deutsche Wirtschaft und Iran : Stumpfe Waffe

Dass es unerträglich ist, was Irans Präsident mit erschreckender Regelmäßigkeit von sich gibt, dass das Streben seines Staates nach der Atombombe gefährlich ist für die Weltpolitik – geschenkt.

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Wirtschaftssanktionen gegen das Mullah-Regime zu verhängen, wie es die Vereinten Nationen, die USA und die Europäische Union tun, ist einerseits eines der wirksamsten Instrumente der Weltgemeinschaft, um das Land zu einem Kurswechsel zu bewegen. Andererseits schadet sich der Westen mit dieser Politik womöglich selbst. Denn es sind nicht mehr allein die Industriekonzerne aus Deutschland oder Amerika, die über Know-how und Geld verfügen. Auch Russland, China und Indien können heute mit derlei Ressourcen aufwarten. Sie füllen bereitwillig die Lücke, die der Rückzug des Westens reißt. Das raubt den Sanktionen ihre Schärfe. Und es führt dazu, dass den Thyssen-Krupps, Daimlers und Lindes dieser Republik wertvolle Kontakte in den Iran verloren gehen. Nicht nur wegen seiner Rohstoffe hat das Land ein großes Potenzial. Wenn eines nicht allzu fernen Tages das Regime in Teheran wechselt, findet der Aufbau dort vermutlich ohne die Deutschen statt.

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