Deutscher Mondflug : Start ins Ungewisse

Es klingt verrückt: Aber ein deutsches Raumfahrtprojekt würde der Technologiebranche wichtige Aufträge bescheren und junge Leute für eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung motivieren

Ralf Nestler

Es klingt verrückt. In sechs Jahren soll eine deutsche Sonde auf dem Mond landen. Kosten: 1,5 Milliarden Euro, wobei man ja weiß, dass in der Raumfahrt am Ende immer alles teurer ist. Der Luftfahrtkoordinator Peter Hintze (CDU) hat mal wieder zum Mondflug aufgerufen. Und das ist nicht verrückt, sondern endlich ein Schritt nach vorn. Die Raumfahrt verharrt zurzeit in einer Starre: Welchen Kurs wird Obama der Nasa geben? Wie verlässlich sind die Russen, wenn sie ab 2010 einziger Anbieter für bemannte Raumflüge sind? Ein mutiges, nationales Raumfahrtprojekt würde Schwung in die Sache bringen. Es kann zeigen, was die hiesigen Experten drauf haben. Das beschert der Technologiebranche wichtige Aufträge und hilft, junge Leute für eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung zu motivieren. Leider wird von der Idee des deutschen Mondroboters nicht viel übrig bleiben. Um Kosten zu senken, wird die Ausstattung gekürzt, es kommen internationale Partner hinzu, was endlose Diskussionen über Details zur Folge hat. Und überhaupt muss erst eine neue Regierung her, die den Mondflug nicht nur wohlwollend zur Kenntnis nimmt, sondern in den Haushalt aufnimmt. nes

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