Meinung : Deutschland-Trend: Was die FDP zählt

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Die FDP - ist sie wieder klar die dritte Kraft? Mindestens ein momentanes Hoch in der Aufmerksamkeit ist nicht zu bestreiten. Nicht nur, weil die Medienprofis Guido Westerwelle und sein Vize Jürgen Möllemann ihre Besuche beim Kanzler gut zu inszenieren wissen: mit vielen Worten über vergleichsweise wenig Inhalt, wozu der demonstrative Austausch von Höflichkeiten zählt. Vielmehr spricht der Trend in Deutschland für sie. Besonders im Westen gilt das, weil die PDS immer noch als Parvenü gilt, mit dem man sich besser nicht zusammentut; wer darüber nur schon laut nachdenkt, bekommt Misstrauen zu spüren. Das bezieht sich auf die SPD, aber auch auf die Grünen als direkte Konkurrenz der FDP. Sie verlieren in der Partnerschaft mit Gerhard Schröder an Kontur. Außerdem kommt die Schwäche der CDU hinzu. Allmählich sinkt der Stern von Angela Merkel nicht mehr nur in der Partei, sondern auch in der Öffentlichkeit. Der Charme, dass sie Politik anders zu begreifen schien - auch nördlicher, östlicher, protestantischer - verliert sich in dem Maße, in dem Merkel versucht, männlicher als die Männer aus dem Westen Macht auszuüben. Von alledem profitiert die FDP ein bisschen, aber wenn es so weitergeht, immer mehr. Bis sie sogar wieder im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt.

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