DFB-Bundestag : Sie wollen nicht nur spielen

Es ist nicht lange her, dass sich der Deutsche Fußball-Bund selbst im Wege stand. Inzwischen ist der DFB schneller geworden und handelt marktgerechter.

Robert Ide

Trainerfindungskommission, Task Force Nationalmannschaft, Doppelspitze mit Präsident und Geschäftsführendem Präsidenten. Es ist nicht lange her, dass sich der Deutsche Fußball-Bund selbst im Wege stand. Inzwischen hat sich die Nationalelf dank Klinsmann reformiert und vorzeitig für die EM 2008 qualifiziert, die Frauen haben den WM-Titel verteidigt. Nebenbei hat sich der größte Sportverband der Welt gewandelt. Der DFB ist schneller geworden, handelt marktgerechter. Präsident Theo Zwanziger ist der alte, aber er setzt auf Erfolgstrends wie den Frauenfußball. Beim Verbandstag rückte die erste Frau in die DFB-Spitze, am Dienstag kann Deutschland den Zuschlag für die Frauen-WM 2011 erhalten. Altverdiente Funktionäre wurden geehrt und beiseite geschoben. Eine neue Generation drängt nach vorn: Generalsekretär Wolfgang Niersbach, der die WM menschlich vermarktete; Sportdirektor Matthias Sammer, der den Jugendmannschaften Struktur gibt; Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der die Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw in die Wege leitete. Sie haben nicht erst bei der WM gelernt: Erfolg im Fußball lässt sich organisieren – wenn man sich nicht auf den Töppen steht, wenn man an die Basis denkt. Davon kann die Bundesliga lernen. Die hat sich wieder mit Medienpleitier Kirch eingelassen und strebt eine Zerstückelung der Spieltage an. Das wollen weder die 26 000 Amateurvereine noch die Fans. Bald könnte sich die Bundesliga im Weg stehen.

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