Meinung : Dialektik des Wegtauchens

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Zehntausende Pazifisten, Globalisierungsgegner oder Kritiker der Nahostpolitik werden nächste Woche in Berlin demonstrieren. Nicht alle friedlich. „Bush aus der Stadt verjagen, an brennenden Staatsflaggen erwärmen, viel und überall lärmen“ – so wünschen es sich Autonome. Um so genauer wird die amerikanische Öffentlichkeit schauen, wie Regierender Bürgermeister und Senat den Besucher begrüßen. Der Koalitionspartner PDS ruft zum Protest auf, und die PDS-Senatoren gehen allein aus Zeitmangel nicht hin – das kann man kaum einem Berliner erklären, wie sollen das dann Amerikaner verstehen? Als herzlichen Willkommensgruß gewiss nicht. Erst eiert Klaus Wowereit mit seiner Australien-Reise herum, nun wiegelt er die Kapriolen der PDS ab. Das ist für die Interessen der Stadt gefährlich. Peinlich, wenn ausgerechnet Berliner Unternehmer per Anzeigen den Präsidenten begrüßen – nicht nur, weil Berlin dringend auch US-Investoren benötigt. Der Senat macht sich Illusionen: Falls es zu Krawallen kommt, dann wird auch das Senatsbündnis auf die Probe gestellt. gn

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