Meinung : Die arabische Welt darf nicht länger über Darfur schweigen

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Die Arabische Liga hat sich stets hinter das Regime im Sudan gestellt. Nun rufen arabische Intellektuelle die arabische Welt dazu auf, nicht länger über den Völkermord in Darfur zu schweigen:

Seit 2003 herrscht Krieg in Darfur. Bis jetzt ist die Zahl der Toten auf 300 000 gestiegen, während über zwei Millionen Menschen – ein Drittel der Bevölkerung der Region – aus ihrem Land vertrieben wurden (80 Prozent ihrer Dörfer wurden zerstört).

Trotz zahlloser Apelle der internationalen Gemeinschaft sind Zivilisten weiter Angriffen des sudanesischen Militärs und der Dschandschawid ausgesetzt, einer lokalen Miliz, die von Khartums Militärregime mit Waffen ausgestattet wird. Dazu kommt noch, dass die Bevölkerung Darfurs auch Gewaltakten und Menschenrechtsverletzungen von Seiten der miteinander verfeindeten Fraktionen der Aufständischen ausgesetzt ist.

Obwohl im Mai 2006 ein Friedensabkommen zwischen einigen Rebellengruppen und der sudanesischen Regierung unterzeichnet wurde, haben Massenvergewaltigungen und Attacken gegen Zivilisten und internationales humanitäres Personal im westlichen Sudan zugenommen. Und Kriegsverbrechen und ernsthafte Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht bleiben weiter unbestraft. Die lokale Landwirtschaft wurde zerstört durch den massiven Transfer der bäuerlichen Bevölkerung in Flüchtlingslager, sodass die Menschen nun sehr abhängig sind von internationaler Nahrungsmittelhilfe. Noch schlimmer, zusätzlich zur durch den Krieg ausgelösten Zerstörung kündigt sich nun eine umfassende Hungersnot an. Obwohl der UN-Sicherheitsrat die Resolution 1706 verabschiedet hat, verweigert sich die sudanesische Regierung noch stets der Stationierung der Task Force einer internationalen Friedenstruppe in Darfur, wo Verbrechen weiter auf geheime und private Art verübt werden.

Diejenigen, die diesen Aufruf unterschreiben, protestieren gegen das Schweigen der arabischen Welt zu diesem Thema. Sie rufen die aktiven Mitglieder der Zivilgesellschaft und der politischen Sphäre dazu auf, Druck auf ihre Regierungen und regionale Organisationen auszuüben, um sie zu überzeugen, einen klaren Standpunkt für einen Waffenstillstand in Darfur einzunehmen, und die sudanesische Regierung dazu zu zwingen, eine friedliche Lösung des Konflikts zu finden, die die Rechte der Bevölkerung von Darfur respektiert.

http://www.manifeste.org/rubrique.php3?id_rubrique=67

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