Die Bahn und die Lokführer : An der Backe

Es bleibt ein Rätsel, warum das alles sein musste. Hat es sich für die Lokführer wirklich gelohnt, Millionen von Fahrgästen und Kunden zu verärgern und zu verunsichern?

Moritz Döbler

Einen eigenständigen Tarifvertrag sollen sie jetzt zwar kriegen, aber der muss zu allen anderen Tarifverträgen im Konzern passen. Und mehr Geld als die anderen Beschäftigten sollen die Lokführer am Ende wohl nicht kriegen. Vor gut drei Monaten war man schon einmal ungefähr genauso weit. Dann aber ging es mit den Streiks erst richtig los. Wenn man die kargen „Eckpunkte“ der neuen Einigung zwischen Bahn und Lokführern liest, fragt man sich, worüber da 15 Stunden lang gesprochen wurde und warum man jetzt Hoffnung haben soll. Denn die Tarifverhandlungen beginnen ja erst, der proklamierte Durchbruch vom Dienstag bezeichnet nur das Ende der Vorgesprächsphase: Erst im Dezember nächsten Jahres soll bei der Bahn wieder alles im Lot sein. Ob es wirklich Investoren geben sollte, die sich Anteile eines so schwierigen Unternehmens an die Backe binden wollen? Aber diese Pläne der Bundesregierung scheinen sich ja sowieso zu erübrigen. Der Zug ist wohl abgefahren.

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