Meinung : Die Berlin-Krise: Schwarz-Roter Koalitionskrach: Total überreizt

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Die Große Koalition in Berlin wackelt bedenklich. Aus der Krise um die Bankgesellschaft und der schmuddelingen Parteispendenaffäre um den CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky ist eine Koalitionskrise geworden. Diepgen und die Union können sich nicht von dem als Bankchef abservierten Landowsky lösen. Das bringt die SPD in Rage. Die Union schürt kaltblütig ihr Feindbild SPD/PDS/ Grüne, denn sie wiegt sich in Sicherheit, dass die SPD ein Papiertiger ist, der keine Fesseln sprengen kann. Ist Angriff wirklich die beste Verteidigung? Landowsky will seinen Stuhl nicht räumen, sondern ihn retten, bis die Bundestagswahl 2002 vorüber ist. Dann weiß die CDU besser, wie sie sich für die Berliner Wahl 2004 formiert. Der schlaue Fuchs hält sich an den Rockschößen von Diepgen fest. Womöglich lechzt er nach dem Trost, dass sie beide gehen, wie sie einst kamen: untergehakt. Die Atmosphäre ist total überreizt. Letzte Woche gab es Krach um den Termin für den Koalitionsausschuss und eine von Diepgen vorgeschaltete Bankenrunde, der die SPD fernblieb. Jetzt will die Union den SPD-Kandidaten für den Vorsitz im Untersuchungsausschuss nicht akzeptieren. Diese Koalition droht an Irrationalitäten zu Bruch zu gehen. Und was dann? Unverhofft kommt oft. Vielleicht wollen einige CDU-Strategen die SPD zur Forderung nach Neuwahlen treiben - und hinterher Schwarz-Grün schmieden. Ohne Diepgen natürlich. Will er das Ruder nicht verlieren, muss er es in die Hand nehmen.

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