Meinung : Die Botschaft der Bomben

NAME

Es ist noch einmal glimpflich abgelaufen. Anders als beim Brandanschlag auf die Synagoge im tunesischen Djerba hat der Anschlag auf eine Touristengruppe in Nord-Pakistan nur zu leichten Verletzungen geführt. Die Botschaft ist dennoch deutlich: Alle aus dem Westen müssen sich darauf einstellen, in muslimischen Ländern zur Zielscheibe des Terrors zu werden. Bis ins Letzte vorbereitet war das Bombenattentat in Mansehra offenkundig nicht; jedenfalls nicht zu vergleichen mit dem sorgfältig geplanten Anschlag in Djerba, der 19 Menschen tötete, davon 14 Deutsche. Es muss nicht immer die zum gefährlichen Mythos gewordene Al Qaida sein, die zuschlägt. Oft reicht schon ein lokaler Zusammenschluss von Fanatikern, um jene Mischung aus islamischem Fundamentalismus und Hass auf den Westen zur Explosion zu bringen. Wer glaubt, die Extremisten würden dabei einen Unterschied machen zwischen Amerikanern und Engländern auf der einen Seite und den im Krieg gegen den Terror zurückhaltenderen Nationen auf der anderen, der irrt. Seit Jahrzehnten wird der Westen insgesamt von Fundamentalisten als Popanz aufgebaut: als Inbegriff moralischer Verworfenheit und imperialistischer Machtlust, gegen die es zu kämpfen gilt. Dieses Arsenal kultureller Vorurteile übersetzt sich in der momentanen polarisierten Weltlage, die den Verblendeten tatsächlich als Kampf der Zivilisationen erscheinen mag, vermehrt in terroristische Aktionen. Das jüngste Attentat führt uns abermals vor Augen, wie wir aus dem Westen gehasst werden: Nicht weil wir Briten sind, Niederländer, Italiener oder Deutsche – sondern schlicht, weil wir die sind, die wir sind. clw

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben