"Die FDP implodiert, wie die DDR" : Der Liberalismus in seinem Lauf

Die Koalition hat sich gerade vom prätentiös angekündigten Herbst der Entscheidungen in die Winterferien der Entrückung verabschiedet, da schmettert einer aus der zweiten Reihe der Liberalen doch noch mal schnell das Lied vom kleinen Trompeter.

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Die Lage der FDP erinnere ihn fatal an die Spätphase der DDR, erklärte der notorische Parteihooligan Wolfgang Kubicki, Fraktionschef der Liberalen im mächtigen Schleswig-Holstein. Der Parteivorsitzende kapsele sich ab, und so, wie die DDR einfach implodiert sei, drohe das jetzt auch der FDP.

So sieht’s also aus: Genosse Guido sitzt in seinem Gebrauchtwarenladen, das Pepitahütchen fest über die Ohren gezogen, verkündet trotzherzig, den Liberalismus in seinem Lauf hielten auch in den kommenden hundert Jahren weder Ochs noch Esel auf; aus dem Politbüro ertönt die Stimme von Volkswirtschaftsminister Brüderle, der verantwortungslose Abweichler möge gefälligst das Meckern einstellen; das Parteivolk strömt auf die Straße, ruft „FDP, das tut weh“ und „Das Aua muss weg“.

So weit ist es schon. Jetzt braucht’s nur noch einen, der den Egon macht, dann ist die Sache in der Tat gelaufen. Das Problem ist nur: Da ist kein Egon, nicht mal ein fähiger, so sieht das jedenfalls Kubicki. Keine Alternative zu Westerwelle in Sicht, verkündet er. Eine scheinbar elegante Art und Weise, neben dem Vorsitzenden auch gleich noch alle anderen Funktionsträger der eigenen Partei lächerlich zu machen. Tatsächlich aber ist Kubickis Adventskerze – ein helles Licht, nur eines, gibt es, Heiland sei Dank!, ja noch: mich! – nichts anderes als eine plumpe Stinkbombe. Eine andere Idee als die, dass alles hoffnungsloser Mist ist, hat er nicht zu bieten. Der Liberalismus Kubickis erschöpft sich in der Freiheit, die eigene Partei öffentlich in den Dreck zu ziehen. Aber wozu? Will er nach der Implosion der FDP eine eigene Partei gründen, das Neue Liberale Forum vielleicht, oder die PDF?

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