Meinung : Die Grünen: Wenn zwei sich streiten

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Ein bisschen langweilig sind sie angeblich geworden, die Grünen. Aber dann gelingt es ihnen doch immer wieder, die ganze Republik zu überraschen. An diesem Wochenende hat sich ausgerechnet der Berliner Landesverband dazu durchgerungen, kräftig zu überraschen. Es war unvermeidlich, dass die Entscheidung um den zweiten Listenplatz für die Bundestagswahl Signalwirkung haben würde: ein Votum für Andrea Fischer hätte das Profil der Partei in der Gen-Debatte gestärkt, der Sieg Hans-Christian Ströbeles wäre ein Zeichen gewesen, dass immer noch viele Grüne dem Kurs Joschka Fischers skeptisch gegenüberstehen. Aber dann hat sich der traditionell linke Landesverband ausgerechnet für einen Realpolitiker entschieden, der als Bürgerrechtler groß geworden ist und Fischers Kurs mit gutem Gewissen mitträgt. Natürlich hat Schulz einen brillanten Auftritt hingelegt, der manchen Delegierten einfach mitgerissen hat. Aber die Entscheidung bedeutet auch einen Aufbruch für den Berliner Landesverband. Im Osten stand es bislang nicht sehr gut für die Grünen. Das Votum von Berlin dürfte ihnen einigen Schwung geben.

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