Meinung : Die Grünen: Zurück nach vorn

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Was wollen grüne Wähler? Wenn man den Umfrage-Ergebnissen der "Forschungsgruppe Wahlen" glaubt, dann wollen sie grüne Grüne: eine Partei, die Ökologie repräsentiert. Null Interesse hat die grüne Klientel hingegen an neoliberaler Wirtschaftspolitik. Eigentlich kein sensationelles Ergebnis - oder doch? In der Tat sehen sich die Milieus von Liberalen und Grünen ja immer ähnlicher: oberer Mittelstand, libertär eingestellt. Die Lebensstile haben sich angeglichen - doch offenbar bestimmt der Ceranfeld-Herd doch nicht das Bewusstsein. Eigentlich also eine gute Nachricht für grüne Wahlkampf-Strategen: Die potenziellen Wähler wollen, dass die Partei verkörpert, was sie ja am besten kann: Öko. Aber da beginnt das Problem: Denn die Grünen sind in den letzten zehn Jahren immer weiter in die Mitte marschiert - oder eher: gerutscht. Von links nach rechts, und von eigenen zu allgemeinen Themen. Und so soll es, Joschka Fischer zufolge, auch immer weiter gehen. Wenn die Partei diese Umfrage ernst nimmt, dann darf sie nicht weiter in die Undeutlichkeit der Mitte - dann muss sie zurück, dahin, wo ihre Basis ist. Das ist mehr als eine Kurskorrektur, es wäre eine Änderung der ganzen Bewegungsrichtung.

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