Meinung : Die Hintermänner

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Im mächtigen Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geht es zu wie im Hühnerstall, die Mitglieder sind heillos zerstritten. Es geht um die geplante Fusion mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA). Da fürchten die Industrievertreter, untergebuttert zu werden. Und noch mehr fürchten sie, in ihrem Präsidenten nicht den richtigen Mann zu haben, der diesen Bedeutungsverlust stoppen könnte. Recht haben sie. Jürgen Thumann hat dem Arbeitgeberverband wenig entgegenzusetzen. Thumann akzeptiert sogar den BDA-Hauptgeschäftsführer und Bundestagsabgeordneten Reinhard Göhner als neuen Boss der vereinigten Truppe, obwohl er weiß, dass das den eigenen Leuten kaum zu vermitteln ist: ein Geschäftsführer, der gleichzeitig Politiker ist. Noch kritischer finden die Vertreter des Mittelstands, dass damit die Sozial- und Tarifpolitik an die erste Stelle der Verbandsagenda rutscht – wo der Hintergedanke der Fusion doch eigentlich war, die Tarifpolitiker im Interesse der kleinen und mittleren Unternehmer zu zähmen. Thumann wird am Montag wahrscheinlich dennoch wiedergewählt. Viel Freude am neuen alten Amt wird er kaum haben. uwe

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