Die IGA in Tempelhof : Absage mit Ansage

Keine Landung auf dem Flughafen Tempelhof. So stehen die Zeichen für die Internationale Gartenausstellung 2017. Die Zweifel am Prestigeprojekt der abgetretenen Bausenatorin Ingeborg Junge-Reyer, für das im Haushalt schon Gelder reserviert sind, wuchern jedenfalls schneller als gute Argumente für den extravaganten Landschaftspark. Die Absage wäre deshalb ein Befreiungsschlag. Die teure Planung ist kaum zu vermitteln, weil die riesige Fläche des ehemaligen Flughafens sich bei den Berlinern schon jetzt zur beliebten Wohlfühloase entwickelt hat. Zudem würde die IGA-Planung als ein von oben gesetztes Konstrukt für unabsehbare Zeit vollendete Tatsachen schaffen, anstatt sich Zeit zu lassen bei der Debatte über die künftige Nutzung und Gestaltung des wertvollsten innerstädtischen Geländes. Dass die Gartenausstellung einen Teil der vorgesehenen Fläche überhaupt nicht nutzen kann, weil sie 2017 schon von der Modemesse Bread & Butter genutzt wird, kommt hinzu. Vermissen wird auf dem Flugfeld Tempelhof kaum jemand, wenn die Blumen nun in Nachbarns Garten wachsen – auch Marzahn ist noch Berlin. Dort ist eine IGA ebenfalls bestens geeignet, die Erfolgsgeschichte der Gärten der Welt fortzuschreiben. gn

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