Die Kämpfe in Syrien : Alles Asche

Noch ist es zu früh, eine Bilanz der zweiten von den UN vermittelten Waffenpause zu ziehen. Einige Stunden lang war es ruhig, danach wurde an vielen Ecken Syriens weiter geschossen und gestorben, nicht zuletzt weil die Radikalen unter den Rebellen kein Interesse an einer Entspannung haben. Aber auch das Baath-Regime sträubt sich weiter, den Einsatz von Panzern aufzugeben und mit der Opposition seine eigene schrittweise Entmachtung zu verhandeln. Und dass, obwohl der Winter vor der Tür steht, zwei Millionen Syrer inzwischen ohne Obdach in ihrer Heimat herumirren, historische Menschheitsstätten wie das alte Aleppo in Schutt und Asche versinken. Der Bürgerkrieg ist total. Trotzdem sieht sich das Regime von Damaskus nicht am Ende, ist Baschar al Assad überzeugt, dass er die Oberhand behalten wird. Seine geschundenen Landsleute aber müssen hilflos mit ansehen, wie ihr Lebenswerk und ihre Zukunft in Trümmern versinken. Und der internationalen Gemeinschaft bliebt nur die vage Hoffnung, dass die örtlichen Kontrahenten eines Tages – und wenn aus totaler Erschöpfung – so viel Vernunft annehmen, dass sie ihre Waffen tatsächlich zum Schweigen bringen. M.G.

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