Meinung : Die Karten kommen

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Das wird das Jahrzehnt der Chipkarte. Eine sehr wichtige, die für den Arzt, ist bald nötig, um in der Apotheke überhaupt noch bedient zu werden – das Ende des klassischen Rezepts. Und eine andere Karte, auch mit Gesundheitsdaten, wird soeben entwickelt; wir brauchen sie bald, um im Supermarkt einkaufen zu dürfen. Nehmen Sie mit Ihrem hohen Blutdruck mal lieber keine Krönung, sagt das System dann, die Spezialmargarine gegen Cholesterin liegt übrigens um die Ecke links, und Sahnejoghurt? Also wirklich. Die nächste Stufe ist die Vernetzung beider Karten. Harte Zeiten, wenn der Supermarktrechner wegen Überschreitung der Leberwerte die dritte Flasche Goldkrone innerhalb einer Woche sperrt und den Hausarzt alarmiert. Doch selbst das wird nur der Anfang einer allumfassenden Vernetzung sein, die bis in die Wahlkabinen führt. Sie Blödmann! wird die elektronische Wahlurne pöbeln, ein Kassenpatient mit dieser teuren Krankheitsgeschichte wählt doch nicht ausgerechnet FDP! Draußen vor der Tür wird gerade das Auto abgeholt: Sie brauchen das nicht mehr, sagt die Karte, Sie sind praktisch schon tot. Nun ja: Sterben wir wenigstens nicht mehr am Steuer.

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