Meinung : Die Krokodilstränen der Krankenkassen

„Ohne Not - aber mit Gewinn“ vom 31. Mai

Es bedurfte von den Krankenkassen nicht der Anforderung eines Gutachtens über die Gründe der Steigerung von Operationszahlen in den Kliniken. Kenner der wirtschaftlichen Führung eines Krankenhauses hatten die Kassen und die Politik schon vor Einführung der DRG-Fallpauschalen gewarnt, sich vom Kostenprüfungssystem in den Vertragsverhandlungen zu verabschieden. Hocherfreut sind die neuen Abrechnungen vor einigen Jahren von den Krankenhäusern angenommen worden, zumal das Einwirken auf Fallsteigerungen unproblematisch innerbetrieblich organisiert werden konnte. Mit anderen Worten: Die Krokodilstränen der Krankenkassen sind unangebracht und sollen die Beitragszahler von ihrer damaligen Befürwortung der Funktionäre beim Gesetzgeber ablenken. Es gab bei den damaligen Vertrags- und unbürokratischen Abrechnungsgrundlagen wegen der notwendigen Beseitigung der individuellen Pflegesätze, bei Steigerung der Pflegetage, gerechtere Alternativen, wie z.B. einer pauschalen Vergütung ohne Differenzierungen der Leistungsabrechnungen. Dazu wären aber in den ersten Jahren individuelle Budgetverhandlungen weiter erforderlich gewesen.

Der wirtschaftliche Anreiz für Kliniken im gegenwärtigen System sollte jedenfalls schnellstens im Sinne der Beitragszahler beseitigt werden.

Günter Steffen, Lemwerder

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