Meinung : Die lieben Partner

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Genau 180 Tage haben die USA Zeit, ihre Militärbasis im usbekischen KarschiKhanabad zu räumen. Offenbar will die usbekische Regierung Washington für die harsche Kritik an der Niederschlagung von Protesten in Adidschan im Mai bestrafen, bei der bis zu 500 Menschen getötet worden sein sollen. Der Rausschmiss zeigt, wie schnell die stärkere Ausrichtung der US-Außenpolitik an Freiheit und Menschenrechten an Grenzen gerät. Im Kampf gegen den Terror sind die USA auch auf die Zusammenarbeit mit undemokratischen Regimen angewiesen. Hier eine Balance zu halten zwischen Reformpolitik und Wahrung von US-Interessen, wird schwierig bleiben. Das Regime in Taschkent hatte sich 2002 in einem Abkommen mit den USA zu Reformen verpflichtet. Weil diese ausblieben, hielt Washington im letzten Jahr schon 11 Millionen Dollar Hilfsgelder zurück. Im Streit um usbekische Flüchtlinge aus Adidschan, die von der UN aus Kirgisien ausgeflogen werden sollten, ist Washington nun offenbar gegenüber Präsident Islam Karimov hart geblieben. Die Bush-Regierung hat damit eine wichtige Nachschubbasis für Afghanistan aufs Spiel gesetzt – aber an Glaubwürdigkeit gewonnen. clw

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