Die Pleite von Solon : Wenig nachhaltig

Die Nachricht hätte den Berliner Wahlkampf empfindlich gestört. Denn wenn das Vorzeigeunternehmen Solon am Vorzeigestandort Adlershof pleitegeht, ist das nicht nur eine schlimme Entwicklung für die Beschäftigten, die Aktionäre, die Gläubiger und die staatlichen Bürgen, bei denen das Land Berlin mit 38 Millionen Euro dabei ist. Sondern auch ein guter Anlass, um die Berliner Wirtschaftspolitik zu überdenken. Der neue Senat will erklärtermaßen die bisherigen Schwerpunkte fortführen, die Förderung der Energietechnikbranche aber sogar ausbauen und „Berlin als Standort für Produkte der nachhaltigen Wirtschaft profilieren“, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Das Beispiel des insolventen Solarmodulherstellers zeigt aber nun sehr deutlich, dass eine Branche, die nur dank enormer Subventionen auf die Beine kam, eben gerade kein Beispiel für Nachhaltigkeit ist. Und der Standort Adlershof, der laut Koalitionsvertrag unter anderem für die Nachnutzung der Flughäfen Tegel und Tempelhof als Vorbild dienen soll, dürfte vorerst mit sich selbst zu tun haben. Die Amtszeit der neuen Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz beginnt mit einer schlechten Nachricht, für die sie nichts kann. Aber ihre persönliche Chance und politische Pflicht ist es, daraus zu lernen. mod

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