Meinung : Die Rechnung, bitte

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Der Bundestag hat entschieden, aber es ist noch lange nicht Schloss. Denn nicht etwa die schwierigste Frage haben die Abgeordneten in dieser Woche beantwortet, sondern die leichteste: wie aussehen soll, was in der historischen Mitte Berlins entsteht. Doch an wen die Rechnung geht – das ist offen. Der Bund will sie nicht, Berlin erst recht nicht, die Herren der Wirtschaft wiegen bedauernd den Kopf: An einem Museum, einer Bibliothek, einer teuer rekonstruierten Fassade sind sie wohl als Bürger, nicht aber als Kaufleute interessiert. Also werden sie und alle anderen als Bürger gebeten, ihren Beitrag zu leisten, nach dem Vorbild der Frauenkirche in Dresden. Das klingt gut, ist es aber nicht. Wer glaubt, dass so das fehlende Geld rasch einzusammeln ist, der träumt. Das Schlimmste aber wäre: anzufangen mit dem Schloss, ohne dass die Finanzierung steht. Wer möchte schon mitten in der Stadt für die nächsten zehn, zwanzig, vielleicht dreißig Jahre eine Baustelle haben? Der Bund nicht, und Berlin schon gar nicht. Haben die Abgeordneten also vielleicht doch über die schwierigste Frage gleich mitabgestimmt? Wollen wir es mal nicht hoffen. Denn da fallen einem schon ein, zwei Dinge ein, bei denen öffentliches Geld besser angelegt wäre. lom

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