Meinung : „Die Reform trägt Früchte“

Moritz Kleine-Brockhoff

Scharfer Blick, ernste Miene, klare Worte: Thailands Ministerpräsident Thaksin Shinawatra ist hart, reich, arrogant und populär wie ein Rockstar. Für ein Wirtschaftswunder hat er gesorgt, in vier Regierungsjahren wuchs die Wirtschaft um 22 Prozent. Am Sonntag wird Thaksins TRT-Partei wohl wieder die Parlamentswahl gewinnen, der 55-jährige steht vor der zweiten Amtszeit. TRT steht für „Thais lieben Thais“.

„Unseriös“ schimpften seine Gegner, als Thaksin 2001 im Wahlkampf billige Arztbesuche und günstige Kredite versprach. Aber er hielt Wort. Für umgerechnet 80 Cent können die Thais sich jetzt behandeln lassen. Und tatsächlich flossen 20 000 Euro in jedes Dorf, die kleinen Leute bekommen Kredite für Existenzgründungen. Den Reichen schenkt Thaksin Steuersenkungen, ihren Firmen Infrastrukturprojekte, die Staatsbanken finanzieren. „Thaksinomics“: Der Staat pumpt Geld in viele Taschen, das Volk gibt es im Inland aus, Wirtschaft und Steuereinnahmen wachsen. In Thailand klappt das bislang – weil die Wirtschaft eines Schwellenlandes sich anschieben lässt; weil die Thais sich unbesorgt verschulden und alles ausgeben. Wer vor einer neuen Blase warnt wird als Nörgler abgetan.

Thaksin war erst Polizist, als Geschäftsmann wurde er mit Telekom und Medien reich. Aber der Berlusconi Asiens hat Ärger mit der Justiz. Thailand gilt als korrupt, Regierungsmitglieder müssen ihr Vermögen offen legen. Was Thaksin angab, stimmte nicht. Die Richter waren gnädig, entschieden acht zu sieben, er habe nicht vorsätzlich gelogen.

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