Meinung : Die Schnecke Fortschritt

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Für AlQaida-Getreue und Taliban-Fans ist dieser Dienstag ein Tag der Schande. Ihre Erzfeinde aus der US-Regierung – Vizepräsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld – sind nach Kabul gereist. Vor wenigen Jahren war das die Hauptstadt der Terrorsympathisanten. Nun ist es das Reich eines Guten. Hamid Karsai will dort seinen Amtseid ablegen, als erster frei gewählter Präsident Afghanistans. Was für eine Schmach für die radikalen Islamisten! Erst wurde ihnen ein Land entrissen, dann zog die Demokratie ein. Kein Wunder, dass sie sauer sind. Prompt haben sie Anschläge angekündigt. Die Taliban würden gern Raketen gen Inauguration abschießen. Mitglieder der Al Qaida wollten am Montag im US-Konsulat in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda Geiseln nehmen. Der Plan wurde vereitelt. Die Dunkelmänner bäumen sich auf, sie spüren die Schmach. Und sie sind in der Defensive. Im Irak haben sie die Schlacht um Falludscha verloren, in Afghanistan hat das Pentagon eine neue Offensive angekündigt. Als letzte Genugtuung bleibt ihnen Osama bin Laden. Der lebt noch und ist frei. Jüngst hat Pakistans Präsident Pervez Musharraf sogar eingeräumt, dass von dem Oberterroristen jede Spur fehle. Doch in der Politik gilt eine Regel: Warum etwas gesagt wird, ist manchmal wichtiger, als was gesagt wird. Soll Bin Laden sich nur sicher fühlen, obwohl ihm die Häscher dicht auf den Fersen sind? Möglich wär’s. Die Schnecke Fortschritt ist oft unaufhaltsam. mal

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