Die Schweiz und der Euro : Fluchtabwehr

Die Schweiz bindet den Franken an den Euro. Das ist weder eine große Überraschung, noch ist es ein Bekenntnis zur Währung der großen Nachbarn. Die Schweizer Notenbank macht lediglich offiziell, was sie schon seit Monaten tut: Sie kauft ausländische Devisen auf, vorzugsweise Euro, um den Preis des Franken künstlich niedrig zu halten. Mit der Botschaft vom Dienstag will die Schweiz den Anlegern, die dem kleinen reichen Land seit Beginn der Schuldenkrise die Tür einrennen, signalisieren: Bleibt draußen, es lohnt sich nicht. Vor allem ist es eine Botschaft an die eigenen Unternehmer, die auf ihren Maschinen und Hotelzimmern sitzenbleiben, weil sie für den Rest der Welt zu teuer geworden sind. Den Euro-Kurs wird das langfristig nicht stützen, so viel Geld hat die Schweiz auch wieder nicht. Zumal die Anleger trotz der kleinen Preissenkung weiter in den Franken investieren werden, weil er ihnen sicher erscheint. Es bleibt dabei: Helfen kann sich das überschuldete und zerstrittene Europa nur selbst. Das Beispiel Schweiz zeigt aber wieder einmal eindrucksvoll, wie wichtig eine international abgestimmte Finanzpolitik ist: Eine Krise trifft alle, egal ob arm oder reich.mirs

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