Meinung : Die SPD gibt Gummi

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Freitag – das ist der große Tag des Endspurts. Die Parteien langen noch einmal kräftig hin und ziehen sich am Abend erschöpft in eine kuschelige Wagenburg zurück, wo sie mit Musik und Alkohol den drohenden Sieg feiern. Doch die Unterschiede sind groß! Bei der CDU rächt sich beispielsweise, dass kein Unterhaltungsminister im Kompetenzteam saß – so muss nun eine anonyme „Musical Starband“ den ganzen Abend in der Schmeling-Halle durchstoibern, wo wir doch zwingend die erste Garde der lustigen Musikanten erwartet hätten. Die FDP tritt im Hegel-Saal der Stuttgarter Liederhalle zusammen, was nach Streichquartett und dunklem Anzug klingt, mehr nach Heuss als Möllemann. Klarer ersteht vor unseren Augen das Festprofil der SPD. Für sie tritt nicht nur Günter Grass, der Mick Jagger der deutschen Literatur, auf die Bühne, sondern auch eine Rockband mit dem viel sagenden Titel „Gib Gummi“. Das könnte ein Aufruf zu safer politics sein – oder für den Start der neuen Regierung nach der Wahl stehen. Wird Gerhard Schröder es schaffen, mit qualmenden Reifen seinen Versprechen und Erklärungen aus dem Wahlkampf zu entkommen?

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