Meinung : Die Staatszerstörer

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An diesem Mittwoch will Präsident George W. Bush neue Richtlinien der amerikanischen Nahost-Politik verkünden. Seit Tagen wird spekuliert, Bush wolle die Errichtung eines vorläufigen Palästinenserstaates vorschlagen. Doch es ist wie stets: Immer, wenn ein politischer Durchbruch „droht“, schlagen die Terroristen zu. Diesmal tötete ein Selbstmordattentäter 19 Israelis in Jerusalem – die meisten davon Jugendliche auf dem Schulweg. Noch ist der Zaun nicht fertig, der Israel vor dem Terror schützen soll. Doch schon jetzt wird deutlich, wo sich die Attentate in Zukunft massieren werden: in Jerusalem. Denn dort leben Israelis und Palästinenser so eng nebeneinander wie sonst nirgends. Und einen Zaun durch die heilige Stadt zu bauen ist schwer vorstellbar. Von arabischer Seite heißt es immer wieder, Attentate seien das einzige Mittel eines unterdrückten Volkes gegen die militärische Übermacht des Besatzers. Wer sich die Zeitpunkte der Anschläge anschaut – meist vor amerikanischen Vermittlungsversuchen – wird über die wahren Ziele der Terroristen belehrt: Ihnen geht es um die Zerstörung jeglichen politischen Prozesses. Denn die Extremisten sind nicht bereit, die Kompromisse einzugehen, die ein ausgehandeltes Abkommen mit sich brächte. Dennoch glauben immer noch viele, zu viele Palästinenser, dass Terroranschläge ein notwendiges Mittel auf dem Weg zu einem eigenen Staat sind. Ein Stückchen von diesem Staat wollte Bush den Palästinensern heute anbieten. Vielleicht überlegt er es sich jetzt noch einmal anders.clw

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