Meinung : Die Suche nach einem Berliner Finanzsenator

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Den wichtigsten Job, den die neue Berliner Regierung zu vergeben hat, ist der des Finanzsenators. Es ist, nebenbei, auch der schwerste. Ohne professionelle Sanierung des Haushalts ist alles andere nichts wert. Es wäre deshalb normal und verständlich gewesen, wenn die SPD als stärkste Partei keinen Zweifel daran gelassen hätte, dass sie den Anspruch auf die Führung dieses Ressort erhebt - und selbstverständlich einen geeigneten Kandidaten parat hat. Aber in Berlin ist nichts normal und nur wenig verständlich. So pokerte die SPD mit dem Finanzressort und begann erst mit Abschluss der Koalitionsverhandlungen, ernsthaft nach einem Kandidaten zu suchen - oder besser gesagt: nach einer Kandidatin. Denn eine Frau sollte es schon sein, die Koalition hat sich der Gleichstellung verschrieben. Besser noch eine Frau aus dem Osten, die SPD will diesen Teil der Stadt nicht der PDS überlassen. Ja, die haben Sorgen! Zwei Finanzsenatorinnen hatte die SPD schon, Annette Fugmann-Heesing und Christiane Krajewski. Es waren nicht die schlechtesten, aber beide wurden vertrieben: eine von Strieder, eine von Wowereit. Jetzt sagt selbst die dritte Wahl aus Hamburg ab. Warum wohl? Weil es genug Anlass gibt zu befürchten, dass der Job, der hier dringend zu erledigen wäre, eigentlich gar nicht erwünscht ist.

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