Meinung : Die süße Verführung

SÜCHTIG NACH „ALCOPOPS“

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Der erste Schluck Alkohol schmeckt furchtbar. Sauer, bitter, scharf. Danach wird einem übel. Das war bisher so. Aber mittlerweile ist alles anders. Denn seit geraumer Zeit gibt es die „Alcopops“ – süße, alkoholhaltige Mischgetränke. Sie verzuckern Jugendlichen den Einstieg in den Alkoholkonsum. Und erhöhen auf diese Weise die Suchtgefahr. Kinder und Jugendliche, vor allem auch Mädchen, werden raffiniert zum Alkohol verführt, schmecken doch die coolen Drinks kaum anders als die gewohnte Cola oder Limonade. Schon registrieren Wissenschaftler, dass Jugendliche wieder häufiger Alkohol trinken, nachdem in den 90er Jahren der Konsum zurückgegangen war. Und in den Kliniken häufen sich die Fälle sturzbetrunkener Kinder. Offensichtlich nehmen längst nicht alle Verkäufer den Jugendschutz ernst – obwohl die Spirituosenmischungen erst an Jugendliche ab 18 verkauft werden dürfen. Gleichgültigkeit und Wegsehen sind aber der falsche Weg. Wenn Jugendliche ungehindert Zugang zu Alkohol haben und sich der Eindruck erhärtet, dass die süßen Mischgetränke zu einer Art Einstiegsdroge für immer jüngere Jahrgänge werden, muss gehandelt werden. Schärfere Kontrollen und Sondersteuern sind eine Möglichkeit. Wenn das nicht fruchtet, muss das Gesöff vom Markt. So viel sollte uns unsere Jugend wert sein. wez

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