Meinung : Die Summe der Teile

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Der Energiekonzern Eon kauft den spanischen Wettbewerber Endesa. BASF übernimmt das US-Unternehmen Engelhard. Bayer schluckt Schering. Deutsche Konzerne sind als Einkäufer im In- und Ausland aktiv. Nach den Versorgern und der Industrie sind nun Banken, Versicherer, Dienstleister dran. Sie folgen einem Trend, der 2006 seinen Höhepunkt erreicht: Nach einer KPMG-Studie ist das weltweite Volumen der Fusionen und Übernahmen im ersten Halbjahr auf mehr als 1,5 Billionen Euro gestiegen. Größe zählt mehr denn je. Mögen die Konzerne auf ihren Heimatmärkten Giganten sein, im Weltmaßstab sind sie oft Zwerge. Aber zählt Größe allein? Die Liste gescheiterter Zusammenschlüsse, bei denen aus der Summe der Teile nicht mehr wurde, sondern weniger, ist lang. Daimler-Chrysler laboriert bis heute an seiner transatlantischen Hochzeit, während die solo gebliebenen Asiaten den Automarkt aufrollen. AOL Time Warner trennten sich wieder, weil Old und New Economy nicht zusammenpassten. Die Fusion von Sony Music und BMG steht auf dünnem Eis. Jeder zweite Zusammenschluss platzt. Trotzdem wird es immer wieder versucht, weil den Unternehmen häufig keine andere Wahl bleibt. Denn wer nicht kauft, wird gekauft. Im Fusionspoker geht es nicht nur um Billionen – sondern häufig auch ums Überleben. mot

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