Meinung : Die Tradition geht von Bord

Zur Berichterstattung über die Gorch Fock

Danke für Ihren gelungenen Versuch, beim Thema Gorch Fock die Diskussionsebenen „Schulschiffsausbildung“ und „Kommandantenablösung“ deutlich zu trennen! Der von Ihnen zitierte Stabsgefreite trägt mehr zur sachlichen Klärung der Zu- und Umstände bei als mancher emotionale Zuruf aus Seeoffizierkreisen. Die Segelschulschiffsausbildung sollte erhalten bleiben, wenn es der Marine gelingt, sie konzeptionell geschickter in das Gesamtausbildungssystem einzupassen. Dabei wäre zu fragen, ob der Zeitraum von nur zwei Monaten ausreicht, und ob wirklich erstklassiges Ausbildungspersonal zur Verfügung steht. Ein Kommandant, der wenige Tage nach dem tragischen Tod einer Offizieranwärterin eine Karnevalsfeier an Bord zulässt, musste indes abgelöst werden.

Hans-Jürgen Kaack, Schönwalde

Gorch-Fock-Ausbildung im Sommer 1961

Unsere Streitkräfte brauchen nicht nur einen strukturellen Umbau. Viel notwendiger erscheint eine geistige Reform, die von Waffenspielereien und schneidigen Schleifereien in den Wanten endlich zu professionellem Berufssoldatentum führt. Es erscheint nicht mehr sicher, ob der fränkische Freiherr dafür der richtige Mann am richtigen Fleck ist ….?

Jürgen Böck, Wasserburg

Zurzeit melden sich viele zu Wort, um ihre Meinung zur Ausbildung auf der Gorch Fock kundzutun. Ich war 2009 an Bord, um meine seemännische Grundausbildung als Offizieranwärterin zu absolvieren. Es war alles andere als Urlaub; wir mussten, egal ob tags oder nachts, immer wieder in die Takelage. Und wenn es noch so stürmisch war: Jede/r von uns ging hoch, ohne, dass wir gezwungen wurden. Wer Angst hatte, musste nicht nach oben. Ich bin sicher, dass sich das nicht geändert hat. Kapitän und Stammbesatzung haben uns gefordert, aber niemals überfordert! Sollte die gesamte Diskussion dazu führen, dass die Ausbildung der Offizieranwärter auf dem Segelschulschiff Gorch Fock eingestellt wird, wäre dieses ein ungeheurer Verlust an Werten wie Gemeinschaftsgefühl, Zusammenhalt und letztlich an Tradition. Laura Krömer, per E-Mail

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