Meinung : Die Tür eingetreten

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Was macht den Irak sicherer? 150 000 US- und britische Soldaten auf Jahre – oder ein geregelter Abzug? Das ist die Kernfrage für die Besatzungsmächte, und US-Präsident George W. Bush und Englands Premier Tony Blair haben darauf in ihrem Beharren auf ein langfristiges Engagement nach wie vor die falsche Antwort. Denn was der ranghöchste Militär der Briten, Sir Richard Dannatt, nun festgestellt hat, ist ja kein Geheimnis mehr: Die Vorstellung, nach ein paar Jahren Besatzung würde aus dem Irak ein demokratisches Land mit blühenden Landschaften und ein Vorbild für die ganze Region, sie ist naiv. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade weil Amerikaner und Briten im Irak „praktisch die Haustür eingetreten“ haben, wie Bannatt freimütig zugibt, haben sie offensichtlich nicht die Autorität, das Land zu befrieden. Sie sind vielmehr selbst zum Sicherheitsproblem geworden. Auch der ehemalige US-Außenminister James Baker, wahrlich kein Pazifist, sieht das so. Bis diese Einsicht endlich zu den Hauptverantwortlichen für den falschen Krieg durchdringt, muss Bush wohl erst die Kongresswahlen verlieren und Tony Blair in Großbritannien abgetreten sein. Für die Soldaten, die bis dahin ihr Leben lassen müssen, kommt das dann zu spät. SB

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