Meinung : Die Wacht an der Spree

EDMUNDS STOIBERS NEUES KABINETT

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Bayern scheint doch kein so einfach zu regierendes Land zu sein. 17 Mitglieder hat das neue Kabinett Stoiber. Das ist eine ziemlich große Führungsmannschaft. Wenn man bedenkt, dass in der Verwaltung des Freistaates bis 2007 mehr als 12 000 Stellen eingespart werden sollen, muss man kein Oppositionspolitiker sein, um hier ein Missverhältnis zu sehen. Die Ministerliste besteht in erster Linie aus bewährten Namen, von Monika Hohlmeier über Kurt Faltlhauser bis zu Günther Beckstein. Neu dabei und dennoch altbekannt ist Wissenschaftsminister Thomas Goppel. Einer aber ragt künftig heraus. Erwin Huber bleibt nicht nur Chef der Staatskanzlei, sondern bekommt auch die Zuständigkeit für Bundesangelegenheiten. Damit macht Stoiber ihn zu Bayerns Wacht an der Spree. Huber ist ein treuer Diener seines Herrn, dabei blitzgescheit und schlagfertig. In ihm soll wohl, gestählt durch das harte Klima in der Hauptstadt, Bayerns nächster Ministerpräsident heranreifen. Für die Schwesterpartei CDU hat das auch etwas Tröstliches. Hubers Auftreten ist, bei aller Cleverness, zu bodenständig, um ihn als nächsten Kanzlerkandidaten aus Bayern zu erwarten. apz

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