Meinung : Dinos in der Spree

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Astronomen haben jetzt mit dem HubbleTeleskop einen Blick in die Vergangenheit geworfen, wie sie vor 13 Milliarden Jahren aussah – also in jener Zeit, als Rudi Carrell noch in den Kindergarten ging und Leni Riefenstahl ihre ersten Filme entwickelte. Nun liegen die betreffenden Galaxien freilich so weit entfernt, dass Details nur schwer auszumachen sind, weil sie hinter irgendwelchen Spiralnebeln verschwimmen. So sind wir leider auf Mutmaßungen angewiesen, wo Gewissheiten so viel aufschlussreicher wären: Haben sie damals auch schon Konjunkturprognosen aufgestellt, die der Wirtschaftsminister dann Schritt für Schritt einsammelte? Gibt es Indizien für eine Reform des öffentlichen Dienstes, die vielleicht ein paar Milliarden Jahre später zum Erfolg führt und aus einem grauen, nahezu kollabierenden Quasar wieder ein funktionierendes Gemeinwesen werden lässt? Wenn es den Astronomen gelänge, das Teleskop mit ein paar Umwegen wieder auf unsere Erde zur Zeit ihrer Entstehung auszurichten, könnte der Erkenntnisgewinn noch üppiger ausfallen: Wir würden Dinosaurier in der Spree baden sehen und einen Blick auf die ersten Planungsunterlagen für den Flughafen Berlin-Brandenburg werfen können. Ja, das wäre die Mühe wert.

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