Meinung : Diplomatische Beziehungen mit Nordkorea?: Vielleicht hilft Entspannung

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Der Umgang mit Diktatoren ist für Demokratien nie einfach. Nordkorea ist ein totalitär Unrechtsstaat. Kim Jong Il herrscht mit absolutistischer Macht über ein hungerndes Volk. Die Staatspropaganda ist nahezu lückenlos. Wer es wagt, gegen den "Geliebten Führer" das Wort zu erheben, landet im Arbeitslager. Ludger Volmer, Staatsminister im Auswärtigen Amt, ist gestern von einer dreieinhalbtätigen Reise aus Nordkorea zurückgekehrt. Er war der erste westliche Politiker, der das Land seit dem Friedensnobelpreis für Südkoreas Kim Dae Jung in der vergangenen Woche besuchte, und er hat sich selber ein Bild machen können. Ein ziemlich trauriges: Von einer Öffnungspolitik gibt es bislang kaum eine Spur. Darf Deutschland mit so einem Regime diplomatische Beziehungen aufnehmen, wie man es in Berlin jetzt erwägt? Ja - aber ... Moralisch mag die Blockadepolitik des Westens der vergangenen Jahrzehnte ein Erfolg gewesen sein, im Ergebnis hat sie das Leid der Nordkoreaner jedoch verschlimmert. Die nordkoreanische Wirtschaft ist kollabiert. Das Machtmonopol der Generäle um Kim wurde jedoch nicht erschüttert. Wenn der Westen wirklich etwas an dem Leid der Nordkoreaner verändern will, muss er versuchen, Pjöngjang in die Weltgemeinschaft zu integrieren. Die Südkoreaner sind diesen Sommer über ihren Schatten gesprungen und haben Pjöngjang die Hand gereicht. Berlin und Washington können nun ihren Teil tun und diplomatische Beziehungen zu Pjöngjang aufbauen. Zu verlieren gibt es dabei wenig.

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