Doch kein Paintballverbot : Von Schrot zu Schrott

Gerade erst hatten Union und SPD offiziell vereinbart, was sie erregt von sich selbst gefordert hatten: das Paintballverbot. Nun stecken die hyperventilierenden Verbots-Sheriffs ihre Colts wieder ein.

Lorenz Maroldt

So kann’s kommen, wenn man erst schießt und dann zielt: Schon ist das eigene Knie getroffen. Bald nach dem Amoklauf von Winnenden hatten die Innenpolitiker der Regierungsfraktionen in ihrem heil- und hilflosen Aktionismus unter anderem das Verbot eines Spiels angekündigt, bei dem Erwachsene mit Farbkugeln aufeinander ballern. Soll doch keiner sagen, die Koalition kümmere sich nicht um den Schutz ihrer Wähler. Vor zwei Tagen hatten Union und SPD dann offiziell vereinbart, was sie erregt von sich selbst gefordert hatten: das Paintballverbot. Dass der Staat damit in die eigentlich geschützte Privatsphäre einbricht, spielte keine Rolle; dass er damit eine Sicherheit vorgaukelt, die er so gar nicht gewährleisten kann, selbstverständlich erst recht nicht. Gestern nun steckten die hyperventilierenden Verbots-Sheriffs ihre Colts wieder ein. Es seien jetzt einige Zweifel aufgekommen, ob das Spiel wirklich die Menschenwürde verletze, und mit Winnenden habe es wohl doch nichts zu tun. Man werde sich nun erst mal schlau machen, und außerdem sei eine Mehrheit im Bundestag für das Verbot gerade nicht so wahrscheinlich. Na dann. Das peinliche Ende eines panischen Anfangs, und das zeigt ganz deutlich: Da ist die Schrotpolitik der Koalition zur Schrottpolitik verkommen. lom

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben