Donald Trump : Uncle Sam mag ihn nicht

Ein Zwiegespräch zwischen Donald Trump, dem Präsidentschaftskandidaten in den USA, und Uncle Sam, dem Weißkopfseeadler und Wappentier der Amerikaner. Unser Kolumnist Helmut Schümann freut sich, dass der Vogel gewonnen hat.

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Stark am Glas: Tagesspiegel-Kolumnist Helmut Schümann.
Stark am Glas: Tagesspiegel-Kolumnist Helmut Schümann.Foto: Tagesspiegel

Wer will bestreiten, dass die allertiefste Weisheit im Reich der Tiere zu finden ist? In den sozialen Netzwerken sind ungezählte Videos anzuschauen, in denen Tiere ohne Angst vor Überfremdung und anderen Arten rasseübergreifend uneigennützig sind. Wie der Vogel, der einen Schwarm Fische von Land aus füttert. Oder sie sind schlau und clever, schaffen alles und finden Lösungen. Wie der schwarze Labrador, dem sein Balli in den Pool gefallen war, der aber keine Lust hatte, ihm hinterherzuspringen. Also sprintete er um den Pool herum, sprang auf eine Luftmatratze, paddelte mit diesem Floß zum Balli, mit Balli weiter zum Beckenrand und sprang trockenen Fells an Land. Von Wilmer, das ist ein Golden Retriever, ganz zu schweigen, der sich gerne und ausgiebig mit einer afghanischen Windhündin in deren Landessprache unterbellt.

Man darf wohl sagen, dass Tiere die besseren Zweibeiner sind, auch die, die mit einer Spannweite von bis zu 2,50 Meter recht furchteinflößend, darüber hinaus das US-amerikanische Wappentier sind und zu der Gattung der Seeadler gehören und der Art der Weißkopfseeadler. So einer, laut dem amerikanischen Magazin „Time“ auf den Namen Uncle Sam hörend und 27 Jahre alt, hat sich dieser Tage mit Donald Trump unterhalten und ihm ordentlich die Meinung gehackt.

Der Adler geht in Angriffspose.
Der Adler geht in Angriffspose.Foto: REUTERS

Von Donald Trump, der US-Präsident werden will, war in jüngster Zeit eine Menge zu hören gewesen. Nichts davon kam auch nur annähernd an den IQ eines gewöhnlichen Norwegerpullover heran. Die werden aus Schafwolle gestrickt, und im Vergleich zu Trump sind Schafe nur sprichwörtlich dumme Schafe. Trump hatte nun die Idee, sich mit Uncle Sam zusammen fotografieren zu lassen. Wahrscheinlich fand er es werbewirksam, sich zusammen mit dem Symbolvogel des weißen Amerikaners ablichten zu lassen, erhaben, mächtig, frei und mit einem Blick ausgestattet, der von hoher Warte aus auf die Welt blickt.

Uncle Sam zeigte sich indes nicht geneigt, für jeden Horst den Affen zu machen. Erst spreizte er seine enorme Spannweite, was Trumps Föhnfrisur heftig durcheinanderwirbelte, eine längst überfällige Haarkorrektur. Und dann hackte er kurz nach Trumps linker Hand. Dessen Fluchtversuch war nun gänzlich unamerikanisch, weil ziemlich jämmerlich. Das mag bei jedermann so aussehen. Aber dass Uncle Sam den Trump verjagt, wie der alle Muslime der Welt verjagen will, ist eine wunderbare Fabel.

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