Dreikönigstreffen der FDP : Tag der Entsorgung - nicht nur für den Weihnachtsbaum

Helmut Schümann erkennt Parallelen zwischen dem Ende der Weihnachtsbäume und der aktuellen Verfassung der FDP. Eine Glosse.

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Ob der FDP-Chef in diesem Jahr viel zu lachen hat? Guido Westerwelle (M.) beim Dreikönigstreffen 2010.
Ob der FDP-Chef in diesem Jahr viel zu lachen hat? Guido Westerwelle (M.) beim Dreikönigstreffen 2010.Foto: dpa

Es gibt keine Vorschrift, aber traditionell und mehrheitlich ist der Dreikönigstag schon der Tag der Entsorgung. Und auch wenn sich Guido Westerwelle noch wehrt, haben die meisten Menschen an diesem Tag die Nase voll von ihrem inzwischen hinreichend gewürdigten und betrachteten und nun rieselnden Tannenbaum. Sie werfen ihn raus. Aber wie und wohin?

Es geht immerhin um 28 Millionen Bäume, die ihre Schuldigkeit getan haben und nun zum alten Eisen geworfen werden, wenn in diesem Zusammenhang mal ein schiefes Bild erlaubt ist. Die meisten Menschen machen es sich einfach. Sie zerren den Baum zum Fenster, wuchten ihn aufs Fensterbrett und lassen ihn dann, wenn die Luft von Passanten rein ist, aufs Trottoir krachen. Wo der Baum endgültig seine Nadeln abschüttelt, die dann, wie schon im Vorjahr, nach anschließendem Schneefall bis zum Frühherbst vor sich hinmodern. Man kann die Fichten, Kiefern, Tannen natürlich auch zu Sammelstellen fahren, zu Wertstoffhöfen oder zu den Zoos. In den Zoos und Tierparks gewährt man den Bäumen an ihrem Ende wenigstens noch eine nahezu buddhistische Erfüllung, weil sie dort noch anderen Lebewesen zugute kommen und an die Tiere verfüttert werden.

Die Nachteile des persönlichen Abtransports: Es ist eine extrem pieksige Angelegenheit, oft auch klebrig wegen des austretenen Harzes, und anschließend hat man nicht nur das Wohnzimmer und das Treppenhaus voller Nadeln, sondern muss auch noch das Auto aussaugen. Abzuraten ist von der Einzelverbrennung. Auf dem Balkon versteht sich das von selber, aber auch im Garten, a) weil es verboten ist und b) weil man sich denken kann, dass wir mit 28 Millionen brennenden Holzstämmen und Ästen viel Ärger mit unseren Emissionswerten bekommen. Besser, sie professionell in Heizkraftwerken einäschern zu lassen, so spenden sie uns wie zu Lebzeiten auch lange nach Weihnachten, bis in den Frühherbst, Wohligkeit und Wärme.

Eine Regel gilt in jedem Fall: Selbst wenn früher mehr Lametta war, auch das wenige muss weg. Es macht sich nicht gut in Tiermagen und Ofen. Und dann ist er weg, der Baum. Und man erkennt, dass es sich ohne gut leben lässt. Das gilt an diesem Dreikönigstag auch für Frau Homburger.

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