Meinung : Drogenbericht 2000: Weggedrückt

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Die Zahl der Drogentoten in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Diese Nachricht ist bedrückend genug. Doch daneben sind zwei weitere Trends bedenklich: Da ist zum einen der wachsende Drogenkonsum Jugendlicher; sie wollen nach den Anstrengungen in Schule und Beruf an Wochenenden topfit sein und gute Laune verbreiten. Und da ist zum anderen der rasche Griff zur Pille, um die eigene Stimmung zu heben und den Stress zu mindern. Beide Entwicklungen weisen darauf hin, dass viel zu wenig über das Risiko nachgedacht wird, das Drogenkonsum bedeutet. Die Glückspille wirkt zerstörerisch - genauso wie der regelmäßige Griff zur Flasche mit dem Hochprozentigen. Politik, die sich mit den Folgen dieses Suchtverhaltens beschäftigt, darf aber nicht versäumen, auch nach den Ursachen für diese Entwicklungen zu fragen. Warum fühlen sich eigentlich immer mehr Menschen so unter Druck, dass sie meinen, ohne Pillen nicht mehr klarzukommen - und nicht einmal mehr den Absturz, den Kater danach als Warnung nehmen?

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