Drohender S-Bahn-Streik : Am Laufen halten

Erst haben die Fahrzeuge „gestreikt“ – und jetzt wollen die Mitarbeiter der Berliner S-Bahn die Arbeit verweigern. Sie haben das Recht, frühzeitig zu erfahren, ob sich ihr Einsatz für sie langfristig lohnt.

Klaus Kurpjuweit

Auch das noch! Kaum fahren die Züge der Berliner S-Bahn wieder einigermaßen nach Plan, droht schon der nächste Stillstand. Erst haben die Fahrzeuge „gestreikt“ – und jetzt wollen die Mitarbeiter die Arbeit verweigern. Während der Weltmeisterschaft der Leichtathleten. Nur mit diesem drastischen Schritt glauben die Mitarbeiter, dass sie die neue Geschäftsleitung dazu bewegen können, auf einen weiteren Stellenabbau zu verzichten. Bisher sind hier alle Entscheidungen nur ausgesetzt worden. Gespräche zum künftigen Personalstand will die Geschäftsleitung erst führen, wenn der Betrieb wieder planmäßig läuft – frühestens Anfang Dezember. Der Druck, schneller darüber zu reden, ist verständlich. Die meisten der Beschäftigten der S-Bahn leisten zurzeit ernorm viel, um den Betrieb überhaupt einigermaßen am Laufen zu halten. Deshalb haben sie auch das Recht, frühzeitig zu erfahren, ob sich ihr Einsatz für sie langfristig lohnt. Und der Personalmangel ist bereits jetzt zu spüren; nicht nur in den Werkstätten. Der Betrieb muss sogar eingeschränkt werden, weil Stellwerke nicht mehr besetzt werden können. Dass hier die Weichen neu gestellt werden müssen, sollte die Geschäftsleitung auch jetzt schon wissen. Der Streik muss nicht sein, aber er kann kommen.

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