Meinung : Druck statt Dialog

ATOMPROGRAMM IRANS

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Iran verhält sich in Sachen Nuklearprogramm wie jemand, der etwas zu verbergen hat: Immer nur zugeben, was ohnehin nicht mehr zu leugnen ist. Warum diese Geheimniskrämerei, wenn es nur um eine legale, weil zivile Nutzung geht? Der Bericht der Atomenergiebehörde, der am Montag vorgestellt wird, listet so viele Ungereimtheiten auf, dass man kein böswilliger amerikanischer Neokonservativer sein muss, um zu dem Schluss zu kommen, dass das iranische Atomprogramm wahrscheinlich auch militärischer Natur ist. Der deutsche Botschafter in den USA, Wolfgang Ischinger, sieht darüber schon heftigen Streit mit Amerika aufziehen. Doch im Fall Iran braucht man kein aufgebohrtes Geheimdienstmaterial, um eine Gefahr zu konstruieren. Der Bericht der Behörde ist ernst genug. Ob es nun zwei bis drei Jahre bis zur iranischen Bombe dauert – wie israelische Sicherheitsexperten glauben – oder einige Jahre mehr: Wir können nicht zulassen, dass die zerstörerischste aller Waffen in die Hände eines islamistischen Regimes gerät, das mit Terroristen kooperiert. Es ist an der Zeit, dass Europa und besonders auch Deutschland Druck auf Iran ausüben, effektive Inspektionen zuzulassen. Das ist keine Frage des transatlantischen Verhältnisses, sondern eine unserer Sicherheit. clw

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